In Deutschland darf die Bank keinen Girokonto-Kunden abweisen

Schon seit einigen Jahren haben die Bankkunden in Deutschland eine starke Rechtsstellung. Wenn Sie es wünschen, ein Bankkonto zu eröffnen, dann kann die Bank Sie als Kunden nicht ablehnen. Wer also richtige Angaben zu seiner Person macht und die notwendigen Dokumente bereitstellt, der muss von der Bank ein voll funktionsfähiges Bankkonto bereitgestellt bekommen.

Dies ist einer der wenigen Bereiche, in denen ein Privatunternehmen mit Ihnen einen Vertrag schließen muss.

Das Grundprinzip: Banken konkurrieren miteinander – Es gibt keine Staatsbank

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keine Staatsbank, die Zahlungsverkehr oder Geldanlage für Privatkunden anbietet. Wann immer Sie also mehr oder weniger zufällig Werbematerial einer Bank in einer Ausländerbehörde, in einer Sammelunterkunft oder in der Stadtverwaltung finden: Es liegt dort mehr oder weniger zufällig. Zudem hat die Wahl einer bestimmten Bank keinen Einfluss auf Aufenthaltsstatus oder die nach ca. acht Jahren mögliche Einbürgerung bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen.

Deshalb sind Sie – wie in vielen anderen Lebensbereichen in Deutschland auch – vollkommen frei in der Wahl des Vertragspartners. Wahrscheinlich wissen Sie in den ersten Monaten noch nicht, welchen Beruf Sie wählen werden und wo Sie leben werden!

Deshalb würde sich (sh. auch nächstes Kapital) eher eine Bank anbieten, die nicht nur in einem Ort oder Landkreis Filialen und Geldautomaten haben. Wer sein Konto bei einer dieser örtlich begrenzten Banken hat, der würde dann pro Abhebung unnötigerweise mehrere Euro Automatengebühr zahlen.

Deshalb sollten Sie das Girokonto bei einer der größeren Banken eröffnen. So haben beispielsweise Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank und Unicredit eine Vereinbarung, die wie folgt lautet: Girokonto-Kunden können alle Automaten im Inland nutzen und müssen keine zusätzlichen Automatengebühren zahlen. Das Geldautomatennetz der Cash Group ist der wesentlichste Entscheidungsfaktor bei der Wahl des Girokontos.

Der Grund: Die Bankenaufsicht und Gesetzgebung in Deutschland regelt die Pflichten der Bank sehr detailliert. Wichtige Auftragsarten wie die Überweisung, die Lastschrift (beispielsweise zum Bezahlen der Telefonrechnung) und Verbuchungszeiträume sind so exakt geregelt, dass es nicht so etwas wie ein „unzuverlässiges“ Girokonto geben würde.

Auf den ersten Blick erscheinen die Kontomodelle sehr unübersichtlich. So wird Ihnen der Bankmitarbeiter wahrscheinlich ein Konto mit einem Plus an Service und auch Gebühren anbieten.

Wenn Sie aber keine Firma haben, dann reicht das ganz normale (voll funktionsfähige) Girokonto aus. Die monatlichen Kontoführungsgebühren liegen im einstelligen Euro-Bereich.

Persönlich sollte die Entscheidung auch nicht von der Sympathie zum einen oder anderen Bank-Mitarbeiter abhängig machen. Denn: Die Filial-Teams wechseln regelmäßig. Der Berater, der heute in der Nachbarschaft arbeitet, der kann schon bald in einem anderen Stadtteil oder einer anderen Stadt sein.

Die Girokonto-Karte ist wahrer Alleskönner – bitte niemals verleihen

Die Banken in Deutschland sind insbesondere im Vergleich zu vielen afrikanischen Staaten sehr fortschrittlich. In einigen ländliche Regionen verschiedener Herkunftsländer gibt es nicht einmal eine Bankfiliale. Dort wird Geld meist mit Geldversendern wie MoneyGram, WesternUnion und ähnlichen versendet. Viele Menschen haben gar kein Bankkonto.

Im ersten Absatz konnten Sie ja bereits lesen, dass jede Bank für jede Person ein laufendes Konto eröffnen muss. Wenn Sie sich das wünschen. Dies bedeutet aber auch, dass viele Zahlungen nicht mehr mit Bargeld abgewickelt werden. So ist es die Regel, dass die Wohnungsmiete überwiesen wird und auch in vielen Geschäften gerne mit Karte bezahlt werden kann.

Vor einigen Jahren wurde die EC-Karte in Girokonto-Karte umbenannt. Ältere Mitmenschen kennen vielleicht noch diesen traditionellen Begriff. Die Funktionalitäten sind aber dieselben, weshalb Sie die Girokarte auch nicht an Dritte weitergeben sollten.

Mit der Karte zum Girokonto lässt sich mehr als nur Geld abheben: Sie kann für Überweisungen genutzt werden, Lastschriften und Daueraufträge können eingerichtet werden und auch die Bargeldabhebung ist möglich.

Die unterschiedlichen Kreditarten für Privatkunden

Dank der Niedrigzinsphase ist das Aufnehmen von Krediten viel günstiger als früher. Als Privatkunde haben Sie je nach gewünschter Finanzierungsdauer und Betrag die Auswahl zwischen unterschiedlichen Kreditvarianten.

Der Dispo

Am Bekanntesten dürfte eine Kreditartsein, mit der kleinere Anschaffungen getätigt oder ein Finanzloch bis zum nächsten Gehaltseingang überbrückt werden kann. Dieser wird als Dispositionskredit bezeichnet und von der Girokonto-Bank meist nach einigen Monaten Gehalts- oder Lohneingang gewährt. Eine andere Bezeichnung wäre „geduldete“ Kontoüberziehung oder ähnliches. Er wird ganz einfach aufgenommen, in dem das Girokonto ins Minus geht. Sie überweisen also mehr als auf dem Konto ist oderheben mehr Geld ab. Das Konto geht dann „ins Minus“, Zinsen fallen an. Der Ausgleich erfolgt dann – wann immer Sie mögen – durch die nächsten Einzahlungen, die Gehaltsbuchung etc.

Das herkömmliche Kredit-Darlehen

Davon zu unterscheiden ist der Privatkundenkredit: Bei dieser Kreditart nehmen Sie die Wunschsumme auf und zahlen diese in fest vereinbarten Monatsraten (beispielsweise 12 oder2 4 Monatsraten) zurück. Hier ist der Wettbewerb zwischen den Banken um günstigere Zinsen so groß, dass sich Kreditvergleiche etabliert haben. Damit lassen sich günstige Zinsen finden.

Minikredite durch Fintechs

In den letzten Jahren kommen immer mehr Anbieter für sogenannte Minikredite auf den Finanzmarkt. Als Kunde erhält man bei den Anbietern die Möglichkeit, sich kleine Beträge für wenige Wochen zu leihen. Ähnlich wie beim Dispo lassen sich auf diese Weise unvorhergesehen Ausgaben finanzieren. Die schnellste Auszahlung verspricht das in Berlin ansässige Fintech Kredu, welches sich vor allem auf Privatkäufe spezialisiert hat und Geld in Echtzeit auf die Kreditkarte auszahlt.